File Server

Wo werden meine Daten gespeichert? Auf der Platte in meiner Workstation? Die hat doch eine Platte? Oder sogar zwei, oder drei, oder ...? Und wie werden die Daten dann gesichert? Kann ich eine Datei wieder bekommen, wenn ich sie aus Versehen gelöscht habe? Wie kann es sein, dass mein Kollege die Datei öffnen kann, die ich doch gerade auf meinem Rechner gespeichert habe? Auf meinem Rechner ... wo waren die noch mal gespeichert?

Diese und viele andere Fragen stellen sich Anwender von IT Netzwerken wohl jeden Tag. Die Antworten darauf können wir hier an dieser Stelle nicht geben, denn die sind davon abhängig, wie Ihr Netz tatsächlich konfiguriert ist. Wir können Ihnen aber im Folgenden aufzeigen, welche Ansätze es gibt, Daten zu speichern und wie in Arbeitsgruppen mit den gemeinsamen Daten verfahren werden kann. Die Frage nach der Datensicherung ergibt sich zum Schluss ganz automatisch - wenn wir erst einmal wissen, wo denn nun die Daten gespeichert sind.

In der Regel greifen wir über Programme ? meist Explorer oder Fileadmin ? auf unsere Daten zu. Diese Daten sind in einer Art Baumstruktur organisiert. Die Daten selber werden in den Blättern dieses Baumes, den Dateien, vorgehalten. Die Äste des Baumes sind die so genannten Directories. Das Anlegen ein solchen Baumes ist Aufgabe des Betriebssystems, genauer noch des Filesystems, das ein Teil des Betriebssystems ist.

Moderne Betriebssysteme sind heute in der Lage, alle Daten in einem einzigen Baum zu verwalten. Sie können sogar Teile des Baumes verstecken und erst dann mit dem Rechner verbinden, wenn sie wirklich gebraucht werden. Das spart eine Menge Netz-Ressourcen, macht das Leben für den Rechner aber auch einfacher, weil der Baum, den er verwalten muss einfach immer nur so groß ist, wie es der Moment erfordert.

Man unterscheidet zwischen Lokalem Filesystem und Netzwerkfilesystem.

Das lokale Filesystem ist dazu da, unsere Daten auf Datenträgern (Platte, Diskette, Band, USB-Stick oder CD) zu speichern, die direkt an den Rechner angeschlossen sind.

Das Netzwerkfilesystem wiederum speichert unsere Daten irgendwo im Netzwerk, d.h. das Netzwerk ist über ein Kabel an einen anderen Rechner oder mehrere angeschlossen und dort werden unsere Daten gespeichert. Die Netzwerkfilesysteme unterscheiden sich nur darin, wie die Daten vom lokalen zum entfernten Rechner übertragen werden. Man nennt dies das Datenübertragungsprotokoll.

Network File System (NFS)

Das von Sun Microsystems entwickelte Network File System ist eines der beiden am häufigsten genutzten Protokolle zur Übertragung von Netzwerkdaten. Es ist als Standard in allen Unix Betriebssysteme enthalten. Unix Server können sowohl als NFS Server, also der Rechner, der die Daten dann lokal speichert, als auch als NFS Client agieren. Die Grenzen verwischen hier ein wenig, denn der NFS Server kann im Extremfall wieder sein eigener Client sein.

Windows Rechner können NFS dann nutzen, wenn Sie spezielle Programme (pcnfs) installiert haben.

Damit Netzwerk-Fileserver wieder in Netzen speichern können unterscheidet man zwischen dem NAS Server (Network Attached Storage) und SAN Server(Storage Array Network).

NAS bedeutet ein klassischer Fileserver (Rechner) nimmt sich unserer Daten an und speichert sie auf seinen Datenträgern. Der Vorteil ist, dass diese Netzwerkfilesysteme schon in den Betriebssystemen enthalten. Der Nachteil ist, dass alle Daten über den NAS Server als Flaschenhals laufen müssen. Gerade bei großem Datenaufkommen können hier Engpässe entstehen.

Bei dem SAN handelt es sich um einen Massenspeicher, der mit dem Netzwerk verbunden ist. Der Vorteil ist, dass nicht mehr ein Netzwerkfileserver als Flaschenhals passiert werden muss, sondern, dass die volle Bandbreite des zugrundeliegenden Netzwerkes mit der Netzwerkplatte zur Verfügung steht. Der Nachteil ist, dass diese Massenspeicher meist nicht von mehreren Rechnern gleichzeitig genutzt werden können.

Strawberry Fileserver

Der Strawberry-Fileserver verbindet die Vorteile der NAS und SAN Technologie. Er nutzt selber eine SAN um schnell auf seine Massenspeicher zuzugreifen und auch um flexibel sehr viele davon verwalten zu können und etabliert auf der anderen Seite einen NAS Server, der NFS und SMB unterstützt im normalen IP Netzwerk.

Das SAN Netzwerk und das IP Netzwerk sind hierbei physikalisch voneinander getrennt, um sicherzustellen dass keine äußeren Einflüsse die Integrität der im SAN verwalteten Daten in Frage stellen.

Der Strawberry Fileserver verwaltet intern die Daten über das hochmoderne ZFS Filesystem. Dieses, von SUN Microsystems entwickelte Filesystem setzt heutzutage Maßstäbe in Bezug auf die Menge an Daten, die es verwalten kann, die Datensicherheit und die Datenhistorie.