Mailserver
Ich möchte einen Brief verschicken.
Das ist einfach: Brief in ein Cuvert stecken, vorne den Adressaten, hinten den Absender drauf, Briefmarken draufkleben und ab in den Briefkasten damit. Wenige Tage später bekommt der Empfänger dann auch schon die Post. Das geht schnell!
Wirklich? Geht es noch schneller? Ja, mit elektronischer Post!
Aber wie geht das? Kann ich wirklich Briefe, Postkarten, Pakete, Päckchen elektronisch verschicken? Brauch' ich dazu auch ein Cuvert und wie sieht das aus? Wo schreibe ich die Adresse hin? In welchen Briefkasten werf' ich den Brief und welcher Postbote stellt den dann zu? Wie sieht dieser Postbote aus und woher weiß er, wo der Empfänger meiner Post überhaupt wohnt?
Das Verschicken elektronischer Nachrichten war die wohl erste Anwendung, die in den späten 60er und frühen 70er Jahren zur Entwicklung unseres heutiges Internet geführt hat.
Elektronische Post hat, wie die herkömmliche auch, einen Absender und einen Adressaten. Der Briefumschlag ist auch vorhanden, er heißt dem englischen angelehnt 'Envelope' und ist ein Teil der Simple Mail Transfer Protocol - SMTP -, jener Sprache in der sich Computer unterhalten um Post weiterzuleiten.
Eine Adresse ist nichts weiter als ein Name für einen Ort. Das Nachschlagewerk, das uns hilft, Namen und Adressen einander zuzuordnen ist ein Directory Service, in der Regel der Domain Name Service (DNS).
Bei der heutigen Netzwerktechnik ist es so, dass meist alle Computer einer Organisation oder organisatorischen Einheit gleichermaßen genutzt werden können. Es reicht aus, die Post an diese Einheit zuzustellen und dann statt den Namen des Computers nur den Namen der Person anzugeben. Die Trennung zwischen Rechner und Person erfolgt über das Zeichen @.
Viele Organisationen führen zentrale Poststellen ein. Der Hauspostbote kennt alle Mitarbeiter, bzw. kann in einem Unternehmensverzeichnis nachschlagen, wer das ist und wie sein Benutzername heißt. Damit werden dann neue Mailadressen eingeführt, die auf den Benutzer in seiner organisatorischen Einheit verweisen. Diese neuen Mailadressen werden Alias Adressen genannt.
Das gleiche gilt für den Absender. Mein Computer ist an das Internet angeschlossen, von meinem Provider habe ich einen Domainnamen und einen Benutzernamen erhalten. Damit ist auch meine Mailadresse festgelegt. Auch beim Absender gibt es einen zentralen Posteingang, der bei elektronischer Post gleichzeitig die Postausgangsstelle ist.
Die Postboten im Hausnetz und im Internet heißen Mail Transport Agents, kurz MTA.
Wie kann ich aber sicher sein, dass meine Post auch angekommen ist. Wie in der herkömmlichen Post wird einfach auf den Mail-Umschlag ein Vermerk angebracht - Return-Receipt-To - , der besagt, dass der Empfänger eine Emfpangsbestätigung abschicken soll, sobald er die Mail erhalten hat. Auf dem Vermerk kann auch hinterlegt werden, wer diese Empfangsbestätigung erhalten soll.